• BERNHARD CLASEN •
Aktuelles

2009 12 14
Über 20 Demonstranten am Wochenende in Moskau festgenommen.

Michail Kriger und Sergej Konstantinow von der oppositionellen russischen „Solidarnost“-Bewegung droht ein Strafverfahren. Die beiden hatten mit 50 weiteren Mitgliedern der Bewegung am Samstag, dem russischen „Tag der Verfassung“, mit einer Mahnwache für die Achtung vor der Verfassung vor dem Sitz des russischen Präsidenten in Moskau demonstriert. Dies berichtet das russische Internet-Portal „kasparov.ru“. Ludmilla Alexejewa, die Vorsitzende der Moskauer „Helsinki-Gruppe“, ist empört über die brutale Verhaftung von neun Teilnehmern der Mahnwache. Die heutigen Machthaber seien noch brutaler als die Sicherheitskräfte in der Sowjetunion unter Breschnew, so die 82-jährige Menschenrechtlerin und diesjährige Preisträgerin des Sacharow-Preises des Europaparlamentes.

Am Sonntag wurde ein gutes Dutzend Demonstranten der „Linken Front“ verhaftet, als sie bei einem nicht genehmigten Marsch im Moskauer Zentrum unter dem Motto „Antikapitalismus2009“ für eine Verstaatlichung von Großunternehmen und Banken, für die Einführung einer Luxussteuer, die Erhöhung des Mindestlohnes auf das geschätzte Existenzminimum und gegen den Ausverkauf der Bodenschätze demonstrierten. „Unsere Modernisierung ist der Sozialismus“ und „Der Kapitalismus tötet“ war auf den Transparenten zu lesen.

Ohne weitere Zwischenfälle verlief hingegen am Samstag eine Demonstration von 40 Umweltschützern und Antifaschisten gegen die Rodungen im Gebiet Moskau. Hundert Quadratkilometer kostbaren Waldes von Moskaus grüner Lunge könnten den gigantischen neuen Straßenbauplänen zum Opfer fallen, so die Umweltschützer. Zurück